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"Auf der Planche tötet sie dich"Leonie Ebert wandelt auf Fichtels Spuren

17.06.2019, 16:31 Uhr
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Stets fokussiert trotz ihrer erst 19 Jahre: Leonie Ebert. (Foto: imago images / HMB-Media)

Bei der Europameisterschaft im Fechten ruhen die deutschen Hoffnungen auf der erst 19 Jahre alten Leonie Ebert. Mit dem Florett soll sie Anja Fichtel beerben, die wohl bekannteste deutsche Fechterin. Erstaunliche Parallelen gibt es bereits.

Lange überlegen muss sie nicht. Ihr größtes Vorbild? "Anja Fichtel, sie war eine unfassbar talentierte und starke Fechterin", sagt Leonie Ebert. Nicht wenige trauen der 19 Jahre alten Florettfechterin zu, einen ähnlichen Weg wie die zweimalige Olympiasiegerin einzuschlagen. In der Weltspitze angekommen ist sie bereits, Ebert gilt als goldenes Versprechen für die Zukunft des Fechtens in Deutschland. Bei den Europameisterschaften in Düsseldorf vom 17. bis zum 22. Juni rücken unweigerlich die Vergleiche in den Fokus.

Die Parallelen sind eindeutig - beide reiften sportlich in der Fecht-Hochburg Tauberbischofsheim, beide schafften in jungen Jahren den Sprung nach oben. Und die beiden sind sich nicht unbekannt. Fichtel sei eine "Mentorin", sagt Ebert. "Alles, was ich an Problemen und Hindernissen hatte, hat sie selbst schon vorher durchgemacht, sie wusste genau, wie ich mich fühle, und stand an meiner Seite. Dadurch hat sie mich sehr gepusht."

"Sollte nicht in Limits denken"

Mit 14 Jahren führte Eberts Weg ins Nationalteam, neben mehreren WM- und EM-Titeln in der Jugend gewann sie 2017 EM-Bronze mit der Mannschaft. Welches Potenzial in ihr steckt, bewies Ebert auch durch starke Auftritte in dieser Weltcup-Saison. Ein zweiter Platz zu Jahresbeginn bringt "natürlich mehr Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe. Das hat mir gezeigt, dass man nicht in Limits denken sollte".

Konzentration und Fokus - das sind die Schlagwörter, die immer wieder fallen, wenn es um Eberts Stärken geht. Platz sieben in der Weltrangliste kommt nicht von ungefähr. "Sie ist für mich eine Vorzeigeathletin", sagt Sportdirektor Sven Ressel, in Zukunft sei "alles möglich". Säbel-Europameister Max Hartung findet ihre Entwicklung "sehr beeindruckend. Ich glaube, dass ich da als Jugendfechter etwas zerstreuter war und mehr Mist gemacht habe." Und der ehemalige Bundestrainer Andrea Magro sagte einst, sie sei "eine freundliche, liebenswerte Person", aber auf der Planche "tötet sie dich".

Vereinswechsel soll Ruhe bringen

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Leonie Ebert in Aktion(l.): Hier beim Weltcup im Mai gegen die Italienerin Erica Cipressa. (Foto: imago images / HMB-Media)

In ihrer noch junge Karriere erlebte Ebert aber auch turbulentere Phasen. Im vergangenen Jahr wechselte sie mit ihren Teamkolleginnen Anne Sauer und Carolin Golubytskyi von Tauberbischofsheim zu Future Fencing Werbach. "Wir wollten einfach Ruhe haben, um unser Ding machen zu können", sagt Ebert.

Querelen im Vereinsumfeld und die Entlassung von Bundestrainer Magro, mit dem Ebert und Co. gerne weitergearbeitet hätten, machten den Wechsel unausweichlich: "Wir haben jetzt keinen Stress und keine Unruhe mehr, deshalb war es der richtige Schritt." Im neuen Umfeld konnte sie in Ruhe arbeiten, dank der problemlosen Vorbereitung geht Ebert nun motiviert in die Heim-EM. Ressel jedoch dämpft die Erwartungen. "Wir müssen ein bisschen den Druck rausnehmen", sagt er. Aber: "Wir trauen ihr eine Medaille zu." Aus Eberts Sicht sei eine Medaille in Düsseldorf "wünschenswert, aber unser Sport ist unberechenbar. Es kommt auf die Performance am Wettkampftag an". Eine gute Vorstellung wäre der nächste Schritt in eine goldene Zukunft - in Anja Fichtels großen Fußstapfen.

Quelle: Jonas Wagner, sid

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